____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Syllogismus
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Die Syllogismen (von altgriechisch ĎĎ
ΝΝογΚĎÎźĎĎ syllogismĂłs â[das] Zusammenrechnen, logischer Schlussâ) sind ein Katalog bestimmter Typen logischer SchlĂźsse. Sie bilden den Kern der im vierten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung entstandenen antiken Logik des Aristoteles und der traditionellen Logik bis ins 19. Jahrhundert. Als Haupttechnik der Logik abgelĂśst wurde der syllogistische Ansatz erst durch die Integration der Logik in die Mathematik, im Gefolge der Arbeiten von George Boole und Gottlob Frege im 19. und frĂźhen 20. Jahrhundert.
Als Syllogistik wird allgemein die Lehre von den Syllogismen bezeichnet. Die klassische Logik untersuchte insbesondere, unter welchen Voraussetzungen Syllogismen gßltig sind. Syllogismen sind immer nach dem gleichen Muster aufgebaut. Jeweils zwei Prämissen (Voraussetzungen), Obersatz und Untersatz genannt, fßhren zu einer Konklusion (Schlussfolgerung). Die Prämissen und die Konklusion sind Aussagen von einem bestimmten Typ, in denen jeweils einem Begriff, dem syllogistischen Subjekt, ein anderer Begriff, das syllogistische Prädikat, in bestimmter Weise zu- oder abgesprochen wird (diese Begriffe sind nicht unbedingt deckungsgleich mit Subjekt und Prädikat in der Grammatik). In Abhängigkeit von der Stelle, an der sie im Syllogismus auftreten, werden die vorkommenden Begriffe Oberbegriff, Mittelbegriff und Unterbegriff genannt.
Contents
⢠Geschichte
⢠Distribution
⢠Figuren
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Geschichte
Der lateinische Begriff syllogismus geht auf das griechische syllogismĂłs (ĎĎ
ΝΝογΚĎÎźĎĎ) zurĂźck. Mit syllogismĂłs bezeichnet Aristoteles ein deduktives Argument, das er als Erster folgendermaĂen definiert:
âEine Deduktion (syllogismĂłs) ist also ein Argument, in welchem sich, wenn etwas gesetzt wurde, etwas anderes als das Gesetzte mit Notwendigkeit durch das Gesetzte ergibt.â
â
Aristoteles
:
Topik I 1, 100a25-27
In diesem weiteren Sinn, also als Synonym fĂźr das Wort âArgumentâ, wurde das Wort âSyllogismusâ alltagssprachlich bis ins 20. Jahrhundert hinein verwendet. So unterscheidet noch Meyers GroĂes Konversations-Lexikon von 1905 bis 1909 zwischen dem Syllogismus im weiteren Sinn (âin der Logik im allgemeinen der SchluĂ Ăźberhauptâ)cite-ref-2[2] vom Syllogismus im engeren Sinn (dem âkategorischen S[chluss], dem Syllogismus des Aristotelesâ)cite-ref-3[3]. Im modernen Sprachgebrauch ist diese weite Verwendung nicht mehr Ăźblich und nur mehr in AusdrĂźcken wie hypothetischer Syllogismus (ein Sammelbegriff fĂźr bestimmte in der Tradition betrachtete aussagenlogische Schlussweisen) anzutreffen.
Syllogismus bezeichnet verwirrenderweise traditionell nun ausschlieĂlich eine spezielle Form des deduktiven Arguments (syllogismĂłs), nämlich die in Aristotelesâ Erster Analytik behandelte Deduktion, die aus genau zwei Prämissen, einer Konklusion und drei Begriffen besteht. Da die Definition der Deduktion diese Einschränkung nicht aufweist, ist zwar jeder Syllogismus ein syllogismĂłs, aber nicht jeder syllogismĂłs ein Syllogismus.
Nach der Position des Mittelbegriffs â das heiĂt desjenigen Begriffs, der nur in den Prämissen vorkommt â unterscheidet Aristoteles drei Arten von SchlĂźssen, Figuren genannt (siehe Abschnitt Figuren). Die EinfĂźhrung einer vierten Figur, deren SchlĂźsse auch Aristoteles schon als gĂźltig anerkennt,cite-ref-neb23-263-4-0[4] wird von Avicenna und anderen Galen zugeschrieben, obwohl es fĂźr diese Zuschreibung keine direkten Hinweise im Ăźberlieferten Werk Galens gibtcite-ref-5[5] und dieser sie in der Tat sogar ausdrĂźcklich ablehnt.cite-ref-6[6] Bis zur EinfĂźhrung der vierten Figur werden ihre Syllogismen in der Tradition des Theophrastos von Eresos oft der ersten Figur zugerechnet.
Im lateinischen Mittelalter, das die logischen Werke des Aristoteles zunächst aus Ăbersetzungen und Kommentaren des BoĂŤthius aufnahm, wurden die traditionellen lateinischen Bezeichnungen fĂźr Quantität und Qualität der Urteile (siehe Abschnitt Typen von Aussagen) durch Petrus Hispanus gebräuchlich.cite-ref-7[7] In der Scholastik erhielt die Syllogistik die Form, die dann jahrhundertelang in den LehrbĂźchern tradiert wurde, wobei der authentische Gehalt der aristotelischen Syllogistik schon seit der Antike verloren gegangen war und sie seit der Renaissance zunehmend scharfer Kritik unterzogen wurde (berĂźhmt ist etwa die Kritik von RenĂŠ Descartes). Erst Jan Ĺukasiewicz hat Aristotelesâ Logik in einer bahnbrechenden Arbeitcite-ref-8[8] neu entdeckt und sie vom Standpunkt der modernen Logik aus axiomatisch rekonstruiert; unter anderem wegen der hohen Zahl der dabei angesetzten Axiome wird jedoch bezweifelt, dass diese Rekonstruktion ausreichend gegenstandsadäquat ausgefallen ist.cite-ref-9[9] An Ĺukasiewicz schlieĂt die neuere Forschung an, die ihr deutschsprachiges Standardwerk in GĂźnther Patzigs Darstellungcite-ref-10[10] (1959) gefunden hat.
Seither unterscheidet man zwischen der aristotelischen und der traditionellen Syllogistik. Der auffälligste äuĂere Unterschied besteht darin, dass Aristoteles Syllogismen nicht als eine Folge von drei Sätzen niederschreibt, sondern als einen Satz der Form âWenn (Prämisse 1) und (Prämisse 2), so notwendig (Konklusion)â; es besteht Uneinigkeit darĂźber, ob sich diese Formulierung als metasprachliche Aussage Ăźber einen Syllogismus im traditionellen Verständnis erklären lassecite-ref-11[11] oder ob der Sicht Ĺukasiewiczâ zu folgen sei, dass Aristoteles einen Syllogismus als eine zusammengesetzte Aussage betrachte. Die beiden Lesarten lassen sich einfach ineinander ĂźberfĂźhren; der vorliegende Artikel gibt konkrete Syllogismen im Sinn der ersteren Lesart durchgängig als Folge von drei Sätzen wieder. Auch von diesem strittigen Punkt abgesehen gibt es zwischen der aristotelischen und der traditionellen Syllogistik zahlreiche Unterschiede in der logisch-semantischen Auffassung, so dass heute vielfach die Ansicht vertreten wird, Aristoteles stehe der modernen Logik im Grunde viel näher als der traditionellen Syllogistik. Bereits auf Augustus De Morgan geht die unter anderem von Patzig ausgearbeitete Auffassung der aristotelischen Syllogistik als Theorie bestimmter zweistelliger Relationen zwischen Begriffen sowie des relativen Produktes solcher Relationen zurĂźck.cite-ref-12[12] Ein Syllogismus ist dann ein Relationenprodukt, das selbst wieder eine Relation in jener bestimmten Form ist, die in den vier Satztypen A, E, I oder O ausgedrĂźckt wird (zu A, E, I, O siehe Typen von Aussagen).
Die unterschiedslose Gleichsetzung von aristotelischer und traditioneller Syllogistik in der älteren Geschichtsschreibung der Logik (Carl Prantl, Heinrich Maier) hat hingegen zahlreiche IrrtĂźmer â etwa Ăźber die angeblichen metaphysischen Voraussetzungen von Aristotelesâ Logik â hervorgebracht, von denen sich die Aristotelesinterpretation nur mit MĂźhe befreien konnte.
Allgemeine Darstellung
Syllogistische Argumente sind immer nach dem gleichen Muster aufgebaut. Jeweils zwei Prämissen (Voraussetzungen), genannt Obersatz (lateinisch propositio major) und Untersatz (lateinisch propositio minor), fĂźhren zu einer Konklusion (Schlussfolgerung, lateinisch conclusio). Im hier dargestellten kategorischen Syllogismus (auch assertorischer Syllogismus genannt) sind Prämissen und Konklusion kategorische Urteile, d. h. Aussagen, in denen einem Begriff (griechisch á˝
ĎÎżĎ â hĂłros, lateinisch terminus), dem Subjekt, ein anderer Begriff, das Prädikat, in bestimmter Weise zu- oder abgesprochen wird. Zum Beispiel wird im kategorischen Urteil âAlle Menschen sind sterblichâ dem Subjekt âMenschâ das Prädikat âsterblichâ zugesprochen. Zu beachten â und an diesem Beispiel ersichtlich â ist, dass die WĂśrter âSubjektâ und âPrädikatâ im Zusammenhang der Syllogistik anders verwendet werden als in der traditionellen Grammatik, wo das grammatikalische Subjekt der Ausdruck âalle Menschenâ und das grammatikalische Prädikat â je nach Sichtweise â das Wort âsindâcite-ref-13[13] oder der Ausdruck âsind sterblichâcite-ref-14[14] wäre.
Innerhalb eines Syllogismus werden insgesamt drei verschiedene Begriffe verwendet:
1. der Oberbegriff (lateinisch terminus major), der im Obersatz und auf der rechten Seite der Konklusion, d. h. als deren Prädikat (P) vorkommt;
2. der Unterbegriff (lateinisch terminus minor), der im Untersatz und auf der linken Seite der Konklusion, d. h. als deren Subjekt (S) vorkommt; und
3. der Mittelbegriff (M) (lateinisch terminus medius), der im Obersatz und im Untersatz, nicht aber in der Konklusion vorkommt.
In der Nachfolge von Johannes Philoponus wird den Bezeichnungen âOberbegriffâ und âUnterbegriffâ seit dem 17. Jahrhundert mehrheitlich keinerlei inhaltliche Bedeutung beigemessen und sie werden ausschlieĂlich aus ihrem Auftreten im Obersatz beziehungsweise im Untersatz und als Prädikat beziehungsweise Subjekt der Konklusion erklärt.cite-ref-15[15] Gelegentlich werden Unter- und Oberbegriff auch als Subjekt bzw. Prädikat des Syllogismus bezeichnet.
Ein Beispiel fĂźr einen gĂźltigen Syllogismus ist Folgendes:
Der Mittelbegriff dieses Syllogismus ist der Begriff âRechteckâ; im Obersatz dieses Syllogismus tritt der Mittelbegriff als Subjekt, in seinem Untersatz als Prädikat auf. Der Unterbegriff dieses Syllogismus ist der Begriff âQuadratâ; er tritt im Untersatz als Subjekt auf. Der Oberbegriff dieses Syllogismus ist schlieĂlich der Begriff âKreisâ; er tritt im Obersatz als Prädikat auf.
Alternativ zu Formulierungen wie âKein S ist Pâ oder âAlle S sind Pâ werden auch gleichbedeutende AusdrĂźcke wie âP kommt keinem S zuâ und âP kommt allem S zuâ verwendet. In dieser Ausdrucksweise lautet der obige Syllogismus wie folgt:
Die beiden Schreibweisen sind gleichbedeutend und gleichwertig. Während Aristoteles selber in seinen Analytiken Ăźberwiegend Varianten der zweiten Formulierung, âP kommt allem S zuâ, wählt (meist âĎá˝ P κιĎΡγοĎÎľáżĎιΚ Ďοῌ Sâ â âdas P wird Ăźber das S ausgesagtâ), wird seit der Scholastik Varianten der ersten Schreibweise, âAlle S sind Pâ, der Vorzug gegeben. Stärker als in der traditionellen tritt in der aristotelischen Formulierung der Unterschied zwischen grammatikalischem und syllogistischem Subjekt bzw. Prädikat zutage; so hat in der Formulierung âP kommt allem S zuâ das syllogistische Prädikat, âPâ, die Funktion des grammatikalischen Subjekts und das syllogistische Subjekt, âSâ, die Funktion des grammatikalischen Prädikats.
Es gibt jedoch in der Nachfolge von Jan Ĺukasiewicz die Meinung, dass die aristotelischen Syllogismen im Gegensatz zu denen der sich auf ihn berufenden Tradition keine Argumente aus zwei Prämissen und einer Konklusion seien, sondern zusammengesetzte Einzelsätze. Aus dieser Sicht mĂźsse die aristotelische Variante des obigen Beispiels wie folgt lauten:
Wenn kein Rechteck ein Kreis ist und alle Quadrate Rechtecke sind, dann ist kein Quadrat ein Kreis.
Die richtige Einordnung der aristotelischen Syllogismen ist bis heute strittig. Da die Umwandlung zwischen den beiden Lesarten einfach ist und da Aristoteles seine Syllogismen trotz ihrer Formulierung in âWennâdannâ-Form als Schlussregeln gebraucht,cite-ref-16[16] stellt der vorliegende Artikel konkrete Syllogismen durchgängig in ihrer traditionellen Formulierung als aus drei Aussagen zusammengesetzte Argumente dar.
Als Weiterentwicklung der kategorischen oder assertorischen Syllogistik gibt es schon bei Aristoteles Ansätze einer modalen Syllogistik, bei der in den â von diesem Unterschied abgesehen gleich aufgebauten â Syllogismen modale Aussagen wie âAlle Menschen sind mĂśglicherweise sterblichâ zugelassen sind.
Logische Systeme, die wie die Syllogistik mit Aussagen arbeiten, in denen Begriffe zueinander in Beziehung gesetzt werden, werden allgemein Begriffslogiken genannt.
Typen von Aussagen
Eine Aussage in einem Syllogismus, ein kategorisches Urteil, setzt immer zwei Begriffe in eine Beziehung. Dabei werden nur vier Typen von Urteilen bezßglich der Beziehung zwischen einem Subjekt (S) und einem Prädikat (P) betrachtet:
Die Vokale stammen dabei aus den lateinischen Worten âaffirmoâ (ich bejahe) und ânegoâ (ich verneine), wobei jeweils der erste Vokal fĂźr ein allgemeines, der zweite fĂźr ein partikuläres Urteil steht.
Quantität und Qualität
Die Eigenschaft einer Aussage, ßber wie viele Gegenstände sie spricht, wird traditionell die Quantität dieser Aussage genannt. In diesem Sinn gibt es im Syllogismus zwei Quantitäten, nämlich (a) partikulär und (b) universell oder allgemein. Die Eigenschaft einer Aussage, einem Subjekt ein Prädikat zu- oder abzusprechen, wird traditionell die Qualität dieser Aussage genannt. Spricht eine Aussage einem Subjekt ein Prädikat zu, nennt man sie bejahende Aussage, spricht sie es ihm ab, verneinende Aussage. Die Typen von Aussagen sind in folgender Tabelle nach ihrer Qualität und Quantität aufgeschlßsselt:
| | bejahend | verneinend |
|---|---|---|
| allgemein | A-Urteil | E-Urteil |
| partikulär | I-Urteil | O-Urteil |
Logisches Quadrat
Unter der Voraussetzung, dass ihre Subjekte keine leeren Begriffe sind, bestehen zwischen den unterschiedlichen Aussagentypen verschiedene Beziehungen:
⢠Zwei Aussagen bilden einen kontradiktorischen Gegensatz genau dann, wenn beide weder gleichzeitig wahr noch gleichzeitig falsch sein kĂśnnen, mit anderen Worten: wenn beide unterschiedliche Wahrheitswerte haben mĂźssen. Das wiederum ist genau dann der Fall, wenn die eine Aussage die Negation der anderen ist (und umgekehrt). FĂźr die syllogistischen Aussagentypen trifft das kontradiktorische Verhältnis auf die Paare AâO und IâE zu.
⢠Zwei Aussagen bilden einen konträren Gegensatz genau dann, wenn sie zwar nicht beide zugleich wahr, wohl aber beide falsch sein kĂśnnen. In der Syllogistik steht nur das Aussagenpaar AâE in konträrem Gegensatz.
⢠Zwei Aussagen bilden einen subkonträren Gegensatz genau dann, wenn nicht beide zugleich falsch (wohl aber beide zugleich wahr) sein kĂśnnen. In der Syllogistik steht nur das Aussagenpaar IâO in subkonträrem Gegensatz.
⢠Zwischen den Aussagetypen A und I einerseits und E und O andererseits besteht ein Folgerungszusammenhang (traditionell wird dieser Folgerungszusammenhang im logischen Quadrat Subalternation genannt): Aus A folgt I, d. h., wenn alle S P sind, dann gibt es auch tatsächlich S, die P sind; und aus E folgt O, d. h., wenn keine S P sind, dann gibt es tatsächlich S, die nicht P sind.
Diese Zusammenhänge werden oft in einem Schema, das unter dem Namen âLogisches Quadratâ bekannt wurde, zusammengefasst (siehe Abbildung). Die älteste bekannte Niederschrift des logischen Quadrats stammt aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert und wird Apuleius von Madauros zugeschrieben.cite-ref-17[17]
Existenzielle Voraussetzungen
Wie schon im logischen Quadrat ersichtlich, gelten viele der Ăźberlieferten GesetzmäĂigkeiten der Syllogistik nur unter der Voraussetzung, dass zumindest das Subjekt der betroffenen Aussagen nicht leer ist. Im Allgemeinen wird daher davon ausgegangen, dass syllogistische Aussagen tatsächlich Existenzaussagen Ăźber das Subjekt treffen, d. h. voraussetzen, dass das Subjekt kein leerer Begriff ist:
⢠Die Aussage âAlle S sind Pâ bedeutet damit: âEs gibt S, und alle davon sind Pâ.
⢠Die Aussage âKeine S sind Pâ bedeutet damit: âEs gibt S, und keine davon sind Pâ.
⢠Die Aussage âEinige S sind Pâ bedeutet damit: âEs gibt S, und einige von ihnen sind P.â
⢠Die Aussage âEinige S sind nicht Pâ bedeutet damit: âEs gibt S, und einige von ihnen sind nicht P.â
Die Existenzaussage âEs gibt Sâ wird dabei fĂźr gewĂśhnlich nicht als Teil des jeweiligen syllogistischen Urteils verstanden, sondern als seine Präsupposition, das heiĂt als Voraussetzung dafĂźr, dass das jeweilige Urteil zum syllogistischen SchlieĂen Ăźberhaupt verwendet werden kann. Die Existenzaussage zum Teil des syllogistischen Urteils zu machen, ist zwar mĂśglich, aber formal relativ kompliziert, und wird hinsichtlich seiner Adäquatheit unterschiedlich beurteilt.cite-ref-18[18]
Je nach Interpretation der syllogistischen Aussagen und GesetzmäĂigkeiten ist auch die Sicht mĂśglich, dass syllogistisches SchlieĂen Ăźberhaupt nur mit nicht leeren Begriffen mĂśglich sei, das heiĂt, dass auch die Prädikate nicht leer sein dĂźrfen.cite-ref-19[19] Die Frage, welche Autoren der Tradition welche Sichtweise vertreten haben, wird unterschiedlich beurteilt und ist bis heute Gegenstand philosophischer und philologischer Untersuchungen.cite-ref-20[20]
Obwohl existenzielle Voraussetzungen dem natßrlichen Sprachgebrauch entsprechen (normalerweise empfindet man nur Allaussagen ßber tatsächlich vorhandene Dinge als sinnvoll), ist es wichtig, sich ihrer bewusst zu sein, weil es durchaus auch logische Systeme gibt, die diese Voraussetzungen nicht machen.
Distribution
In der Syllogistik wird von der Distribution (von lateinisch distributio, Verteilung) eines Begriffs innerhalb einer Aussage gesprochen. Ein Begriff ist innerhalb einer Aussage genau dann distribuiert, wenn aus dieser Aussage jede andere Aussage folgt, die aus der ursprßnglichen Aussage entsteht, indem der ursprßngliche Begriff durch einen echten Unterbegriff ersetzt wird.cite-ref-21[21] Eine oft gebrauchte und bei richtigem Verständnis äquivalente Formulierung lautet: Ein Begriff ist innerhalb einer syllogistischen Aussage genau dann distribuiert, wenn er sich innerhalb der Aussage auf alle Gegenstände bezieht, auf die der Begriff zutrifft.
Zum Beispiel ist in der syllogistischen A-Aussage âAlle Philosophen (Subjekt) sind Menschen (Prädikat)â der Begriff âPhilosophâ distribuiert: Aus der Tatsache, dass alle Philosophen Menschen sind, folgt, dass alle Sprachphilosophen (ein Unterbegriff von âPhilosophâ) Menschen sind, dass alle Existenzphilosophen (ein weiterer Unterbegriff von âPhilosophâ) Menschen sind usw. Nicht distribuiert ist in dieser Aussage hingegen der Begriff âMenschâ: Aus der Tatsache, dass alle Philosophen Menschen sind, folgt zum Beispiel noch lange nicht, dass alle Philosophen Europäer (ein Unterbegriff von Mensch) sind.
Eine Ăbersicht darĂźber, in welchem Typ von Aussage welcher Begriff distribuiert ist, gibt die folgende Tabelle.
| | Subjekt | Prädikat |
|---|---|---|
| A-Urteil | distribuiert | nicht distribuiert |
| E-Urteil | distribuiert | distribuiert |
| I-Urteil | nicht distribuiert | nicht distribuiert |
| O-Urteil | nicht distribuiert | distribuiert |
Syllogismen aus moderner Sicht
Es gibt verschiedene Ansätze, die traditionelle Syllogistik zu axiomatisieren bzw. auf eindeutigen Regeln aufzubauen.
Eine aus heutiger Sicht wesentliche Einschränkung ist, dass die Syllogismen nur Quantoren behandeln kÜnnen, die mit dem Subjekt der Aussage verbunden sind (wie in Alle Menschen sind sterblich), Quantoren an Objektstelle (wie in Sokrates kennt alle Athener) sind in diesem System nicht behandelbar. Dies wurde erst durch Freges Verwendung von mathematischen Funktionen in der Logik mÜglich.
Die klassischen Syllogismen lassen sich modern sowohl als Anwendung eines Teilsystems der Prädikatenlogik, nämlich der monadischen Prädikatenlogik, als auch als Mengenbeziehungen darstellen. Bei der Darstellung als Mengenbeziehungen wird jeder Begriff als sein Umfang (fachsprachlich Extension) interpretiert, d. h. als die Menge der Gegenstände, die unter diesen Begriff fallen. Der Begriff âMenschâ zum Beispiel wird extensional als die Menge aller Menschen interpretiert.
Bei der prädikatenlogischen Interpretation wird jeder Begriff als ein einstelliges Prädikat im Sinn der Prädikatenlogik dargestellt, d. h. als eine einstellige Funktion im mathematischen Sinn, die auf konkrete Individuen angewendet werden kann und die fĂźr jedes Individuum die Information liefert, ob es unter diesen Begriff fällt oder nicht. So wĂźrde zum Beispiel der Begriff âMenschâ als das Prädikat â_ ist ein Menschâ interpretiert. Wendet man dieses Prädikat auf einen Menschen an, zum Beispiel auf Sokrates, dann liefert es den Wahrheitswert âwahrâ; wendet man es auf einen Gegenstand an, der kein Mensch ist â zum Beispiel auf ein Tier, auf einen Planeten oder auf eine Zahl â, dann liefert es den Wahrheitswert âfalschâ.
An dieser Formalisierung wurde historisch und auch in jĂźngerer Zeit Kritik geĂźbt. Dabei wurde die traditionelle Logik als Begriffslogik etwa von Fritz Mauthner der modernen Logik gegenĂźbergestellt, die abschätzig auch als Logistik bezeichnet wurde. Zentral war dabei unter anderem die Frage, ob durch die Formalisierung Existenzpräsuppositionen verloren gehen, die in der vormodernen Lokaltradition als selbstverständlich galten. Auch ist eine direkte Ăbertragung des logischen Quadrats nicht unproblematisch, wie Michael Wolff in seinem Essay Ăźber Frege dargelegt hat.
Walther BrĂźning reihte die Syllogistik als strenge Syllogistik als ein KernstĂźck und einen Sonderfall seiner strengen Logik ein und begegnet dabei den Problemen der klassisch prädikatenlogischen Formalisierung. Er deutet die Urteile als AbkĂźrzungen von sogenannten Geltungswertformeln (siehe: Kategorisches Urteil â Behandlung in der Strengen Logik) und benutzt einen Ableitungsbegriff, der es gestattet alle Syllogismen am Einfachsten abzuleiten. Ein vorangegangener Ansatz war die differentielle Syllogistik von Albert Menne.
Regeln fĂźr die GĂźltigkeit von Syllogismen
Gßltige Syllogismen haben bestimmte Eigenschaften hinsichtlich der Qualität, Quantität und Distribution der in ihnen vorkommenden Begriffe; zum Beispiel kann ein Syllogismus niemals gßltig sein, wenn seine Prämissen partikuläre Aussagen sind, seine Konklusion aber eine allgemeine Aussage ist.
Da in Abhängigkeit von der speziellen Interpretation unterschiedlich viele syllogistische Modi gßltig sind, gibt es in der Tradition auch unterschiedliche Regelwerke. Im Folgenden werden die heute gängigsten Regeln dargestellt.cite-ref-22[22] Sie gehen in dieser einfachen Form auf das Spätmittelalter zurßck und sind nicht Teil der antiken, aristotelischen Syllogistik.cite-ref-23[23] Das genannte Regelsystem ist der Einfachheit halber redundant, d. h., einige der Regeln lassen sich durch andere ausdrßcken.
Regeln der Qualität
1. Mindestens eine der beiden Prämissen muss eine bejahende Aussage sein (lateinisch ex mere negativis nihil sequitur, âallein aus verneinten Aussagen folgt nichtsâ). Zum Beispiel kann aus den Prämissen âKein Fisch ist Anglerâ und âEinige Angler sind keine Fischeâ syllogistisch keine Schlussfolgerung gezogen werden.
2. Wenn beide Prämissen bejahend sind, dann muss auch die Konklusion bejahend sein (lateinisch ambae affirmantes nequeunt generare negantem, âzwei bejahende Aussagen kĂśnnen keine verneinte Aussage erzeugenâ).
3. Wenn eine der beiden Prämissen verneinend ist, dann muss auch die Konklusion verneinend sein.
Regeln der Quantität
1. Mindestens eine der beiden Prämissen muss eine allgemeine Aussage sein (lateinisch nihil sequitur geminis ex particularibus unquam, ânichts folgt jemals aus partikularen Aussagenâ). Aus den Prämissen âEinige Säugetiere leben im Wasserâ und âEinige Tiere, die auf dem Land leben, sind Säugetiereâ kann ebenfalls syllogistisch nicht geschlossen werden.
2. Wenn eine der beiden Prämissen eine partikuläre Aussage ist, kann die Konklusion keine allgemeine Aussage sein.
Regeln der Distribution
1. Der Mittelbegriff muss mindestens einmal distribuiert vorkommen.
2. Wenn ein Begriff in der Konklusion distribuiert auftritt, muss er auch in einer Prämisse distribuiert auftreten.
Figuren
Welche der drei Begriffe S, P und M in welcher Aussage des Syllogismus vorkommen mĂźssen, ist festgelegt: Der Obersatz besteht aus P und M, der Untersatz aus S und M, die Konklusion aus S und P. Die Konklusion hat dabei immer die Form S â P, die Anordnung der Begriffe in den Prämissen kann frei gewählt werden. Die Reihenfolge, in der die Prämissen aufgeschrieben werden, ist fĂźr die GĂźltigkeit eines Syllogismus zwar unerheblich, dennoch wird bereits seit Aristoteles zuerst der Obersatz und im Anschluss der Untersatz genannt.
Je nach Anordnung der Begriffe in den Prämissen unterscheidet man die vier mĂśglichen Figuren (altgriechisch ĎĎ០ΟιĎÎą schemata):
| | 1. Figur | 2. Figur | 3. Figur | 4. Figur |
|---|---|---|---|---|
| erste Prämisse | M â P | P â M | M â P | P â M |
| zweite Prämisse | S â M | S â M | M â S | M â S |
| Konklusion | S â P | S â P | S â P | S â P |
Beispiel:
Prämisse 1 (oder Obersatz): Alle Menschen (M) sind sterblich (P).
Prämisse 2 (oder Untersatz): Alle Griechen (S) sind Menschen (M).
Konklusion (oder Schlusssatz): Also sind alle Griechen (S) sterblich (P).
Aufgrund der Stellung der Begriffe M â P, S â M, S â P erkennt man einen Syllogismus der 1. Figur.
Modi (Kombinationen) und ihre MerkwĂśrter
Da jede der drei Aussagen in einem Syllogismus von einem der vier Typen A, E, O, I sein kann, gibt es pro Figur 4 Ă Ă 4 Ă Ă 4 = 64 {\displaystyle 4\times 4\times 4=64} MĂśglichkeiten, Aussagen zu einem Syllogismus der jeweiligen Figur zu kombinieren. Jede dieser MĂśglichkeiten wird ein Modus (Plural: Modi) bzw. eine Kombination der jeweiligen Figur genannt. Bei insgesamt vier verschiedenen Figuren gibt es so insgesamt 64 Ă Ă 4 = 256 {\displaystyle 64\times 4=256} KombinationsmĂśglichkeiten, d. h. 256 Typen von Syllogismen. Unter diesen 256 Modi sind 24 gĂźltige und 232 nicht gĂźltige Syllogismen.
Ein Modus wird durch drei Buchstaben beschrieben. Dabei stehen die ersten beiden Buchstaben fßr die Typen der Prämissen, der dritte Buchstabe fßr den Typ der Konklusion.
Beispiel:
Prämisse 1 (oder Obersatz): Alle Krimis (M) sind spannend (P).
Prämisse 2 (oder Untersatz): Einige Bßcher (S) sind Krimis (M).
Konklusion (oder Schlusssatz): Also sind einige BĂźcher (S) spannend (P).
Prämisse 1 ist vom Typ A, Prämisse 2 vom Typ I, die Konklusion folglich ebenfalls vom Typ I. Es handelt sich also um einen Syllogismus vom Typ AâIâI.
Die 24 gĂźltigen Modi werden traditionell mit folgenden MerkwĂśrtern bezeichnet:
1. Figur: Barbara, Celarent, Darii, Ferio, Barbari, Celaront
2. Figur: Baroco, Cesare, Camestres, Festino, Camestrop, Cesaro
3. Figur: Bocardo, Darapti, Datisi, Disamis, Felapton, Ferison
4. Figur: Bamalip, Calemes, Dimatis, Fesapo, Fresison, Calemop
In diesen MerkwĂśrtern bezeichnen die Vokale die Typen der Aussagen in der Reihenfolge ObersatzâUntersatzâKonklusion; zum Beispiel bezeichnet Modus Darii einen Syllogismus der ersten Figur und vom Typ AâIâI. Die Konsonanten geben an, auf welchen Syllogismus der 1. Figur (erster Konsonant) der jeweilige Syllogismus zurĂźckgefĂźhrt werden kann und durch welche Veränderung (jeweils auf Vokal folgender Konsonant) diese ZurĂźckfĂźhrung mĂśglich ist (siehe Abschnitt Reduktion auf die erste Figur).
Zu beachten ist, dass in der Tradition unterschiedliche Versionen der MerkwÜrter kursieren. Die ältesten ßberlieferten Versionen dieser mnemotechnischen Syllogistik stammen von den scholastischen Logikern William of Sherwoodcite-ref-24[24] und Petrus Hispanuscite-ref-25[25] um 1240/1250, wobei die Priorität unsicher ist.
Die fĂźnf nicht fett gedruckten Modi sind jeweils âschwacheâ Folgerungen eines fett gedruckten âstarkenâ Modus der jeweiligen Figur. âStarkâ bedeutet dabei, dass die Konklusion eine allgemeine Aussage (A oder E) ist; âschwachâ bedeutet, dass die Konklusion eine partikuläre Aussage (I oder O) ist, die eine direkte Folgerung der jeweiligen starken Aussage ist. Es wird davon ausgegangen, dass schwache Modi erstmals 50 v. Chr. von Ariston von Alexandria thematisiert wurden.cite-ref-neb23-263-4-1[4]
Beispiele:
⢠Modus Barbara (stark): Alle Mßnchner sind Bayern, alle Schwabinger sind Mßnchner, es folgt: Alle Schwabinger sind Bayern.
⢠Modus Barbari (schwach): Alle Mßnchner sind Bayern, alle Schwabinger sind Mßnchner, es folgt: Einige Schwabinger sind Bayern.
⢠Modus Celarent (stark): Kein Mßnchner ist Passauer, alle Schwabinger sind Mßnchner, es folgt: Kein Schwabinger ist Passauer.
⢠Modus Celaront (schwach): Kein Mßnchner ist Passauer, alle Schwabinger sind Mßnchner, es folgt: Einige Schwabinger sind keine Passauer.
Die schwachen Schlussfolgerungen sind logisch gßltig, sofern gewisse Zusatzbedingungen erfßllt sind: Jeweils bestimmte Begriffe (Subjekt, Prädikat oder Mittelbegriff) dßrfen nicht leer sein (siehe auch Abschnitt Existenzielle Voraussetzungen).
Reduktion auf die erste Figur
Mit einigen einfachen Umformungen, die in den Konsonanten der traditionellen MerkwĂśrter kodiert sind, lassen sich die Modi aller Figuren auf einen Modus der ersten Figur zurĂźckfĂźhren (âreduzierenâ). Diese Tatsache war bereits Aristoteles bekannt, der auch entsprechende Umformungsregeln formuliert hat und der die erste Figur als die vollkommene, Syllogismen der ersten Figur als vollkommenen Syllogismus (ĎÎÎťÎľÎšÎżĎ ĎĎ
ΝΝογΚĎÎźĎĎ â tĂŠleios syllogismĂłs) bezeichnete.
Der Anfangsbuchstabe des jeweiligen traditionellen Merkwortes gibt an, auf welchen Modus der ersten Figur der jeweilige Modus zurĂźckgefĂźhrt werden kann: Modi, deren Name mit âBâ beginnt, lassen sich auf den Modus Barbara zurĂźckfĂźhren; Modi, deren Name mit âCâ beginnt, lassen sich auf den Modus Celarent zurĂźckfĂźhren; und ebenso lassen sich Modi, deren Name mit âDâ bzw. mit âFâ beginnt, auf den Modus Darii bzw. Ferio zurĂźckfĂźhren.
Die Umformungen der Syllogistik sind Schlussregeln im formalen Sinn, d. h., das Resultat jeder syllogistischen Umformung einer Aussage bzw. eines Syllogismus folgt aus der umgeformten Aussage bzw. aus dem umgeformten Syllogismus.
Die fßr die Reduktion erforderlichen Umformungen sind im Folgenden näher beschrieben; zusätzlich wird im Abschnitt Beispiele und Reduktion auf die erste Figur fßr jeden syllogistischen Modus ein Beispiel genannt und dessen Reduktion auf die erste Figur gezeigt.
Einfache Umwandlung
Bei der einfachen Umwandlung (lat. conversio simplex) werden Subjekt und Prädikat der jeweiligen Aussage vertauscht; so wird aus der Aussage âEinige Philosophen sind Griechenâ nach der einfachen Umwandlung die Aussage âEinige Griechen sind Philosophenâ. In den MerkwĂśrtern wird die einfache Umwandlung einer Aussage durch den Buchstaben âsâ hinter dem der betroffenen Aussage zugeordneten Vokal angezeigt; zum Beispiel muss beim Reduzieren des Modus Cesare die erste Prämisse, eine E-Aussage, einer einfachen Umwandlung unterzogen werden.
Einfache Umwandlung ist nur bei Aussagen der Typen E und I mĂśglich: Wenn keine Schweine Schafe sind, dann sind auch keine Schafe Schweine (E-Aussage); und wenn einige Griechen Philosophen sind, dann sind auch einige Philosophen Griechen (I-Aussage). FĂźr die A- und O-Aussage ist keine einfache Umwandlung mĂśglich: Wenn alle Philosophen Menschen sind, heiĂt das nämlich noch lange nicht, dass alle Menschen Philosophen sind (A-Aussage); und wenn einige Menschen keine Politiker sind, heiĂt das noch lange nicht, dass einige Politiker keine Menschen sind (O-Aussage). Tatsächlich sind unter den traditionellen MerkwĂśrtern nur solche, bei denen das âsâ auf ein âeâ oder âiâ folgt.
Normalerweise wird die einfache Umwandlung auf die jeweilige Prämisse des zu reduzierenden Syllogismus angewendet. Steht das âsâ jedoch am Ende des Merkwortes, dann wird nicht die Konklusion des zu reduzierenden Syllogismus der einfachen Umwandlung unterzogen, sondern die Konklusion jenes Syllogismus der ersten Figur, auf den reduziert werden soll. Ein Beispiel fĂźr diesen Sonderfall ist der Modus Dimatis: Er wird auf einen Modus Datisi zurĂźckgefĂźhrt, in dessen Konklusion Subjekt und Prädikat vertauscht werden, also auf einen Syllogismus der Form âAlle P sind M. Einige M sind S. Also sind einige P S.â
Umwandlung durch Einschränkung
Bei der Umwandlung durch Einschränkung (lat. conversio per accidens) wird zusätzlich zur Vertauschung von Subjekt und Prädikat der jeweiligen Aussage ihr Typ von A auf I bzw. von E auf O geändert. So wird zum Beispiel aus der A-Aussage âAlle Schweine sind rosaâ nach der Umwandlung durch Einschränkung die I-Aussage âEinige rosa (Dinge) sind Schweineâ und wird aus der E-Aussage âKeine Schweine sind Schafeâ die O-Aussage âEinige Schafe sind keine Schweineâ. In den MerkwĂśrtern wird die Umwandlung durch Einschränkung durch den Buchstaben âpâ hinter dem der betroffenen Aussage zugeordneten Vokal angezeigt.
Auch bei dieser Umwandlung liegt ein Sonderfall vor, wenn das âpâ im Merkwort nach dem dritten Vokal â also am Wortende â steht: In diesem Fall bezieht es sich wie bei der einfachen Umwandlung nicht auf die Konklusion des zu reduzierenden Syllogismus, sondern auf die Konklusion des resultierenden Syllogismus der ersten Figur.
Vertauschung der Prämissen
Vertauschung der Prämissen (lat. mutatio praemissarum) ist fĂźr die Reduktion all jener Modi erforderlich, in deren MerkwĂśrtern der Konsonant âmâ an beliebiger Stelle vorkommt. Unabhängig von der Position des Konsonanten âmâ im jeweiligen Merkwort darf die Vertauschung der Prämissen erst nach jeder allenfalls erforderlichen einfachen Umwandlung und nach jeder allenfalls erforderlichen Umwandlung durch Einschränkung ausgefĂźhrt werden.
Indirekter Beweis
Modi, in deren MerkwĂśrtern der Konsonant âcâ vorkommt, aber nicht am Wortanfang steht, â also nur die Modi Baroco und Bocardo â lassen sich nur durch einen indirekten Beweis (lat. reductio ad absurdum)cite-ref-26[26] auf die erste Figur zurĂźckfĂźhren. Zu diesem Behuf wird die Wahrheit der A-Prämisse des zu reduzierenden Syllogismus (im Fall von Baroco also die erste, im Fall von Bocardo die zweite Prämisse) sowie das kontradiktorische Gegenteil, d. h. die Negation der Konklusion angenommen. Auf diese Weise entsteht ein Modus Barbara, dessen Konklusion der O-Prämisse des zu reduzierenden Syllogismus widerspricht. Da die Annahme, die Konklusion treffe nicht zu, solcherart zu einem Widerspruch gefĂźhrt hat, ist gezeigt, dass die Konklusion zutreffen muss.
Im Detail ausgefĂźhrt wird der indirekte Beweis in den Abschnitten AOO â Modus Baroco und OAO â Modus Bocardo.
Abweichende Darstellungen
Hinsichtlich der genauen Formulierung der Umwandlungsregeln gibt es bei den einzelnen Autoren Unterschiede; insbesondere ist es Ăźblich,cite-ref-27[27] auf den hier dargebrachten Sonderfall bei der einfachen Umwandlung und bei der Umwandlung durch Einschränkung zu verzichten und die Konsonanten âsâ und âpâ auch am Wortende auf den umzuwandelnden Syllogismus zu beziehen und nicht â wie hier dargestellt â auf den Ziel-Syllogismus. Diese Formulierung wĂźrde aber die Reduktion der beiden Modi âBamalipâ und âCamestropâ in der dargestellten Form unmĂśglich machen, weil weder fĂźr eine I-Aussage noch fĂźr eine O-Aussage eine Umwandlung durch Einschränkung mĂśglich ist.
Beispiele und Reduktion auf die erste Figur
Zur ersten Figur des kategorischen Syllogismus
Die erste Figur hat folgende Form:
Ihre gĂźltigen Modi sind Barbara, Celarent, Darii, Ferio, Barbari und Celaront.
AAA â Modus Barbara
Beispiel
EAE â Modus Celarent
Beispiel
AII â Modus Darii
Beispiel
EIO â Modus Ferio
Beispiel
AAI â Modus Barbari
Beispiel
Anmerkung
Barbari ist insofern ein abgeleiteter Modus, als seine Konklusion eine schwächere Folgerung der Konklusion von Modus Barbara ist: Wenn alle Quadrate Rechtecke sind, dann sind insbesondere auch einige Quadrate Rechtecke. Traditionell wird ein durch Abschwächung der Konklusion aus einem anderen Modus abgeleiteter Modus auch als schwacher Modus bezeichnet.
EAO â Modus Celaront
Beispiel
Anmerkung
Die Konklusion von Celaront ist eine Abschwächung der Konklusion von Celarent: Wenn keine Quadrate Kreise sind, dann sind insbesondere auch einige Quadrate keine Kreise. Celaront wird daher traditionell als schwacher Modus bezeichnet.
Zur zweiten Figur des kategorischen Syllogismus und ihrer Reduktion auf die erste Figur
Die zweite Figur hat folgende Form:
Die gĂźltigen Modi der zweiten Figur sind Baroco, Cesare, Camestres, Festino, Camestrop und Cesaro.
AOO â Modus Baroco
Beispiel
Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
Der Modus Baroco ist einer von nur zwei Modi, in deren Merkwort der Konsonant âcâ vorkommt, aber nicht am Wortanfang steht. Diese Konstellation zeigt an, dass zur RĂźckfĂźhrung auf die erste Figur ein indirekter Beweis erforderlich ist. FĂźr diesen indirekten Beweis wird ein Syllogismus konstruiert, dessen erste Prämisse die A-Prämisse des zu reduzierenden Syllogismus ist â im Beispiel also die Aussage âAlle Professoren sind ernst.â Als zweite Prämisse des zu konstruierenden Syllogismus wird die kontradiktorische Verneinung der Konklusion des zu reduzierenden Syllogismus verwendet â im Beispiel also die Aussage âAlle Dozenten sind Professorenâ (dieses A-Urteil ist die Verneinung des O-Urteils âEinige Dozenten sind nicht Professorenâ, vergleiche Logisches Quadrat). Da das Merkwort âBarocoâ mit einem âBâ beginnt, werden die so aufgestellten Prämissen zu einem Syllogismus des Modus Barbara ergänzt, der dann vollständig lautet: âAlle Professoren sind ernst. Alle Dozenten sind Professoren. Also sind alle Dozenten ernst.â Die Schlussfolgerung, dass alle Dozenten ernst sind, ist aber mit der O-Prämisse des zu reduzierenden Syllogismus unverträglich, die gerade lautete âEinige Dozenten sind nicht ernstâ. Somit ist gezeigt, dass die Annahme, die Konklusion des zu reduzierenden Syllogismus treffe nicht zu, zu einem Widerspruch fĂźhrt. Die Konklusion des zu reduzierenden Syllogismus muss daher zutreffen, der zu reduzierende Syllogismus also gĂźltig sein.
EAE â Modus Cesare
Beispiel
Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
Das Merkwort âCesareâ beginnt mit einem âCâ, der Syllogismus muss sich daher auf einen Modus Celarent zurĂźckfĂźhren lassen. Im Merkwort âCesareâ steht unmittelbar nach dem âeâ, das den Typ der ersten Prämisse angibt, der Buchstabe âsâ, der die einfache Umwandlung der betroffenen Aussage einfordert. Wandelt man die erste Prämisse einfach um, entsteht die Aussage âKein Kiemenatmer ist ein Säugetierâ. Weitere bedeutungstragende Konsonanten kommen im Merkwort âCesareâ nicht vor, deshalb ist die Umwandlung damit abgeschlossen. Tatsächlich ist der so entstandene Syllogismus âKein Kiemenatmer (M) ist ein Säugetier (P). Alle Fische (S) atmen durch Kiemen (M). Also ist kein Fisch (S) ein Säugetier (P).â ein Syllogismus vom Typ Celarent.
AEE â Modus Camestres
Beispiel
Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
Der Anfangsbuchstabe âCâ des Merkwortes âCamestresâ zeigt an, dass die Reduktion zu einem Modus Celarent fĂźhren muss. Das âsâ nach dem Vokal âeâ der zweiten Prämisse zeigt an, dass jene einer einfachen Umwandlung unterzogen werden muss; dabei entsteht die neue Aussage âKein Kiemenatmer ist ein Säugetierâ. Das âmâ zeigt â ungeachtet seiner konkreten Position â an, dass die Prämissen nach allen anderen allfälligen Umformungen ausgetauscht werden mĂźssen: Es entsteht der Syllogismus âKein Kiemenatmer ist ein Säugetier. Alle Fische atmen durch Kiemen. Also ist kein Säugetier ein Fisch.â Am Wortende des Merkwortes Camestres steht ein weiteres âsâ, das an dieser Stelle eine einfache Umwandlung der Konklusion des Zielmodus, also des Celarent erfordert â und tatsächlich ist der Syllogismus âKein Kiemenatmer ist ein Säugetier. Alle Fische atmen durch Kiemen. Also ist kein Fisch ein Säugetier.â ein Modus Celarent, in dessen Konklusion die Stellung von Subjekt und Prädikat vertauscht ist.
EIO â Modus Festino
Beispiel
Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
Der Anfangsbuchstabe âFâ zeigt an, dass der Syllogismus sich auf einen Modus Ferio zurĂźckfĂźhren wird lassen. Der Buchstabe âsâ nach dem ersten Vokal im Merkwort âFestinoâ weist darauf hin, dass die erste Prämisse einer einfachen Umwandlung unterzogen werden muss; dabei entsteht die neue Aussage âKein Säugetier atmet mit Kiemenâ. Das Merkwort enthält keine weiteren bedeutungstragenden Konsonanten, und tatsächlich ist der durch diese eine Umwandlung entstandene Syllogismus âKein Säugetier atmet mit Kiemen. Einige Wassertiere sind Säugetiere. Es folgt: Einige Wassertiere atmen nicht mit Kiemen.â vom erwarteten Typ Ferio; die Reduktion ist damit erfolgreich abgeschlossen.
Zur dritten Figur des kategorischen Syllogismus und ihrer Reduktion auf die erste Figur
Die dritte Figur hat folgende Form:
Die gĂźltigen Modi der dritten Figur sind Bocardo, Datisi, Disamis, Ferison, Darapti und Felapton.
OAO â Modus Bocardo
Beispiel
Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
Das Merkwort âBocardoâ enthält im Wortinneren den Konsonanten âcâ, der die Notwendigkeit eines indirekten Beweises anzeigt. FĂźr diesen wird ein neuer Syllogismus gebildet, dessen Prämissen die A-Prämisse des Bocardo â im Beispiel also die Aussage âAlle MĂźnchner sind Stadtbewohnerâ â und die Verneinung der Konklusion des Bocardo ist: Verneint man die O-Aussage âEinige Stadtbewohner sind nicht Politikerâ, dann entsteht die A-Aussage âAlle Stadtbewohner sind Politikerâ. Da das Merkwort âBocardoâ mit einem âBâ beginnt, ordnet man diese beiden Prämissen so an und ergänzt sie so um eine Konklusion, dass ein Syllogismus der Form Barbara entsteht. FĂźr das Beispiel lautet dieser Syllogismus âAlle Stadtbewohner sind Politiker. Alle MĂźnchner sind Stadtbewohner. Also sind alle MĂźnchner Politiker.â Die Konklusion, âAlle MĂźnchner sind Politikerâ, widerspricht nun gerade der ersten Prämisse des zu reduzierenden Syllogismus, der Aussage âEinige MĂźnchner sind nicht Politikerâ; es ist daher gezeigt, dass die Annahme, die Konklusion des Bocardo â also die Aussage âEinige Stadtbewohner sind nicht Politikerâ â sei falsch, zu einem Widerspruch fĂźhrt â sie muss daher richtig sein.
AII â Modus Datisi
Beispiel
Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
Das Merkwort âDatisiâ enthält als einzigen bedeutungstragenden Konsonanten den Buchstaben âsâ unmittelbar nach dem Vokalzeichen fĂźr die zweite Prämisse; diese muss daher einer einfachen Umwandlung unterzogen werden, d. h., ihr Subjekt und ihr Prädikat mĂźssen ausgetauscht werden. Aus dieser Operation entsteht der Syllogismus âAlle MĂźnchner sind Bayern. Einige Studenten sind MĂźnchner. Also sind einige Studenten Bayern.â Dieser Syllogismus ist von der Form Darii, die Reduktion damit abgeschlossen.
IAI â Modus Disamis
Beispiel
Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
Das Merkwort âDisamisâ zeigt an, dass fĂźr die Reduktion auf einen Modus Darii zwei einfache Umwandlungen (Buchstabe âsâ hinter dem die jeweilige Aussage bezeichnenden Vokal), d. h. eine Vertauschung von Subjekt und Prädikat, sowie eine Vertauschung der Prämissen (Buchstabe âmâ an beliebiger Stelle) erforderlich sein wird. Einfache Umwandlungen der Prämissen mĂźssen immer vor einer allfälligen Vertauschung ausgefĂźhrt werden. âDisamisâ fordert die einfache Umwandlung der ersten Prämisse, dabei entsteht der Satz âEinige Ăpfel sind FrĂźchteâ. FĂźr die zweite Prämisse fordert das Merkwort âDisamisâ keine Aktion, sodass im nächsten Schritt schon die Vertauschung der Prämissen (Buchstabe âmâ) ausgefĂźhrt werden kann. Der dabei entstehende Syllogismus lautet âAlle FrĂźchte sind Teile von Pflanzen. Einige Ăpfel sind FrĂźchte. Also sind einige Teile von Pflanzen Ăpfel.â An letzter Stelle â unmittelbar nach dem Vokal, der die Konklusion bezeichnet â enthält das Merkwort âDisamisâ ein weiteres âsâ. Die Umwandlung der Konklusion â egal ob einfach oder durch Einschränkung â ist ein Sonderfall, weil hier nicht die Konklusion des zu reduzierenden Syllogismus gemeint ist, sondern die Konklusion des Modus, auf den reduziert werden soll. Das âsâ ist also an dieser Stelle die Anweisung, in der Konklusion von Modus Darii Subjekt und Prädikat auszutauschen, was zu einem Syllogismus der Gestalt âAlle M sind P. Einige S sind M. Also sind einige P S.â fĂźhrt. Dieses ist die Gestalt des reduzierten Disamis-Syllogismus: âAlle FrĂźchte (M) sind Teile von Pflanzen (P). Einige Ăpfel (S) sind FrĂźchte (M). Also sind einige Teile von Pflanzen (P) Ăpfel (S).â Damit ist die Reduktion abgeschlossen.
EIO â Modus Ferison
Beispiel
Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
Das Merkwort âFerisonâ enthält nur einen bedeutungstragenden Konsonanten, das âsâ unmittelbar nach dem Vokal fĂźr die zweite Prämisse. Dies zeigt an, dass die zweite Prämisse einer einfachen Umwandlung unterzogen werden muss, d. h. einer Vertauschung ihres Subjekts und ihres Prädikats. Der so entstandene Syllogismus, âKeine MĂźnchner sind Passauer. Einige Studenten sind MĂźnchner. Also sind einige Studenten nicht Passauer.â, ist bereits ein Syllogismus der ersten Figur, und zwar â das Merkwort âFerisonâ beginnt mit einem âFâ â vom Typ Ferio.
AAI â Modus Darapti
Beispiel
Anmerkung
Der Modus Darapti setzt voraus, dass das Subjekt nicht leer ist, dass es im Beispiel also tatsächlich Quadrate gibt; vergleiche Abschnitt Existenzielle Voraussetzungen.
Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
Der Anfangsbuchstabe des Merkwortes âDaraptiâ zeigt an, dass sich der Syllogismus auf den Modus Darii reduzieren lassen wird. An bedeutungstragenden Konsonanten enthält das Merkwort âDaraptiâ nur das âpâ, das eine Umwandlung durch Einschränkung bezeichnet. Das âpâ steht unmittelbar nach dem Vokal der zweiten Prämisse, also ist sie es, die durch Einschränkung umgewandelt werden muss. Bei der Umwandlung durch Einschränkung werden Subjekt und Prädikat des Satzes ausgetauscht und wird die Quantität der Aussage von allgemein auf partikulär geändert, entsteht also aus der Aussage âAlle Quadrate sind Viereckeâ die Aussage âEinige Vierecke sind Quadrateâ. Da es keine weiteren bedeutungstragenden Konsonanten im Merkwort âDaraptiâ gibt, ist die Reduktion an dieser Stelle abgeschlossen und ist der so entstandene Syllogismus âAlle Quadrate sind Rechtecke. Einige Vierecke sind Quadrate. Also sind einige Vierecke Rechtecke.â ein Modus Darii.
EAO â Modus Felapton
Beispiel
Anmerkung
Der Modus Felapton setzt voraus, dass der Mittelbegriff nicht leer ist, dass es im Beispiel also tatsächlich Mßnchner gibt; vergleiche Abschnitt Existenzielle Voraussetzungen.
Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
Modus Felapton wird sich mit einer Umwandlung durch Einschränkung (Buchstabe âpâ) auf einen Modus Ferio reduzieren lassen. Das âpâ steht im Merkwort âFelaptonâ hinter dem Vokal, der die zweite Prämisse bezeichnet; daher ist sie es, die umgewandelt werden muss. Bei der Umwandlung durch Einschränkung werden Subjekt und Prädikat der betroffenen allgemeinen Aussage ausgetauscht und wird sie zu einer partikulären Aussage umgewandelt: Aus âAlle MĂźnchner sind Stadtbewohnerâ wird âEinige Stadtbewohner sind MĂźnchner.â Der so entstandene Syllogismus âKeine MĂźnchner sind Passauer. Einige Stadtbewohner sind MĂźnchner. Also sind einige Stadtbewohner keine Passauer.â ist von der Gestalt des Modus Ferio â die Reduktion ist damit abgeschlossen.
Zur vierten Figur des kategorischen Syllogismus und ihrer Reduktion auf die erste Figur
Die vierte Figur hat folgende Form:
Die gĂźltigen Modi der vierten Figur sind Calemes, Dimatis, Fresison, Bamalip, Calemop und Fesapo.
AAI â Modus Bamalip
Beispiel
Anmerkung
Der Modus Bamalip setzt voraus, dass das Subjekt nicht leer ist, dass es im Beispiel also tatsächlich Quadrate und Rechtecke gibt (wobei die Existenz letzterer in diesem Fall aus der Existenz ersterer bereits folgt); vergleiche Abschnitt Existenzielle Voraussetzungen.
Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
FĂźr die Prämissen hat das Merkwort âBamalipâ lediglich die eine Handlungsanweisung parat, ihre Reihenfolge zu vertauschen (Konsonant âmâ an beliebiger Stelle). Der zweite bedeutungstragende Konsonant im Wortinneren ist das âpâ, das zu einer Umwandlung durch Einschränkung â d. h. eine Vertauschung von Subjekt und Prädikat einer Aussage sowie ihre Veränderung ihrer Quantität von allgemein (A, E) zu partikulär (I, O) â auffordert. Nun steht das âpâ aber am Wortende â dies ist der Sonderfall, bei dem nicht die Konklusion des zu reduzierenden Syllogismus umgewandelt werden muss, sondern die Konklusion des Syllogismus, auf den reduziert werden soll. Reduziert werden soll â das Merkwort âBamalipâ beginnt mit âBâ â auf Barbara, und unterzieht man dessen Konklusion, âAlle S sind Pâ, einer Umwandlung durch Einschränkung, so lautet sie âEinige P sind Sâ. Dem solcherart aus Modus Barbara entstandenen Syllogismus âAlle M sind P. Alle S sind M. Also sind einige P S.â entspricht nun aber genau der umgeformte Syllogismus Bamalip, âAlle Rechtecke (M) sind Vierecke (P). Alle Quadrate (S) sind Rechtecke (M). Also sind einige Vierecke (P) Quadrate (S).â Bamalip ist damit auf die erste Figur zurĂźckgefĂźhrt.
AEE â Modus Calemes
Beispiel
Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
Reduziert wird auf einen Modus Celarent, wie der Anfangsbuchstabe des Merkworts âCalemesâ anzeigt. Der letzte Vokal in âCalemesâ wird vom bedeutungstragenden Konsonanten âsâ gefolgt, der eine einfache Umwandlung der Konklusion in demjenigen Syllogismus anfordert, auf den reduziert werden soll. Wandelt man den Modus Celarent entsprechend um, d. h., vertauscht man in seiner Konklusion Subjekt und Prädikat, entsteht der Modus âKeine M sind P. Alle S sind M. Also sind keine P S.â Auf diesen lässt sich Modus Calemes reduzieren, und zwar â der einzige weitere bedeutungstragende Konsonant im Merkwort âCalemesâ ist das âmâ â durch eine Vertauschung seiner Prämissen. Der so entstehende Syllogismus ist von der gewĂźnschten Gestalt: âKeine Bayern (M) sind Sachsen (P). Alle Passauer (S) sind Bayern (M). Also sind keine Sachsen (P) Passauer (S).â
IAI â Modus Dimatis
Beispiel
Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
Reduziert wird auf Darii, wie der Anfangsbuchstabe des Merkwortes âDimatisâ anzeigt. Das âmâ fordert eine Vertauschung der Prämissen. Das âsâ am Wortende zeigt die Notwendigkeit einer einfachen Umwandlung â d. h. Vertauschung von Subjekt und Prädikat â der Konklusion des Ziel-Syllogismus, also des Darii an. Tatsächlich hat der entstandene Syllogismus die Gestalt eines Modus Darii mit derart umgewandelter Prämisse: âAlle Rechtecke (M) sind Parallelogramme (P). Einige Rauten (S) sind Rechtecke (M). Also sind Einige Parallelogramme (P) Rauten (S).â
EAO â Modus Fesapo
Beispiel
Anmerkung
Der Modus Fesapo setzt voraus, dass der Mittelbegriff nicht leer ist, dass es im Beispiel also tatsächlich Mßnchner gibt; vergleiche Abschnitt Existenzielle Voraussetzungen.
Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
Um den Syllogismus auf einen Modus Ferio zurĂźckzufĂźhren (das Merkwort âFesapoâ beginnt mit einem âFâ) muss die erste Prämisse einer einfachen Umwandlung unterzogen werden (unmittelbar nach dem ersten Vokal im Merkwort âFesapoâ steht ein âsâ) und muss die zweite Prämisse einer Umwandlung durch Einschränkung unterzogen werden (unmittelbar nach dem zweiten Vokal im Merkwort âFesapoâ steht ein âpâ). Der solcherart entstehende Syllogismus ist tatsächlich vom Typ Ferio: âKeine MĂźnchner (M) sind Passauer (P). Einige Stadtbewohner (S) sind MĂźnchner (M). Also sind einige Stadtbewohner (S) keine Passauer (P).â
EIO â Modus Fresison
Beispiel
Reduktion des Beispiels auf die erste Figur
Um einen Modus Fresison auf die erste Figur zu reduzieren, mĂźssen beide Prämissen einer einfachen Umwandlung unterzogen werden, denn das Merkwort Fresison enthält sowohl unmittelbar nach dem ersten Vokal als auch unmittelbar nach dem zweiten Vokal den Konsonanten âsâ. Weitere bedeutungstragende Konsonanten sind nicht enthalten, sodass der durch diese beiden Umwandlungen entstehende Syllogismus bereits die Form eines Modus Ferio (das Merkwort âFresisonâ beginnt mit einem âFâ) der ersten Figur hat: âKeine MĂźnchner (M) sind Passauer (P). Einige Studenten (S) sind MĂźnchner (M). Also sind einige Studenten (S) keine Passauer (P).â
Wesentlich verschiedene Syllogismen
Die Ăquivalenzen âXeY genau dann, falls YeXâ und ebenso âXiY genau dann, wenn YiXâ erlauben es, Syllogismen in mehreren Paaren miteinander zu identifizieren, im EIO-Fall sogar vier, durch alle vier Figuren. Dann bleibt eine verkĂźrzte Liste von nur acht Syllogismen Ăźbrig, falls noch Abschwächungen gestrichen werden: Barbara, Darii, Felapton, Ferio, Camestres, Celarent, Bocardo und Baroco.
Siehe auch
⢠Begriffslogik
⢠Syllogismen in der traditionellen Rhetorik:
⢠Enthymem â teilweise als Syllogismus verstandener Schluss, oft in verkĂźrzter Darstellung
⢠Epicherem â Syllogismus, in dem jede Prämisse ihrerseits ein verkĂźrzter Syllogismus ist
⢠Subsumtion â Syllogismus in juristischen Arbeiten
Literatur
⢠Walther Brßning: Grundlagen der strengen Logik. Wßrzburg 1996, ISBN 3-8260-1204-6.
⢠Aristoteles: Erste Analytiken I. Aristoteles: Analytica Priora. Buch I. Ăbersetzt und erläutert von Theodor Ebert und Ulrich Nortmann. Berlin: Akademie Verlag, 2007, ISBN 978-3-05-004427-9 (mit umfangreichem Kommentar)
⢠Aristoteles: Analytica Posteriora. Ăbersetzung und Kommentar von Wolfgang Detel. Berlin, Akademie-Verlag 1998. ISBN 3-05-001796-1. (mit umfangreichem Kommentar)
⢠Aristoteles: Organon. Griechisch-Deutsch. Ăbersetzung und Kommentar von H.G. Zekl. 4 Teile in 3 Bänden, Meiner 2001, ISBN 3-7873-1596-9. (die Ăbersetzung ist bei ihrem ersten Erscheinen äuĂerst scharf als unbrauchbar kritisiert worden; vgl. die Rezension von Hermann Weidemann in: Zeitschrift fĂźr philosophische Forschung 53, 1999, S. 602â610)
⢠Aristoteles: Topik. Ditzingen: Reclam 2004. (=Reclams Universal-Bibliothek 18337) ISBN 3-15-018337-5, ISBN 978-3-15-018337-3.
⢠Helmut Gätje: Bemerkungen zum System der Syllogismen. Universität des Saarlandes, Fach Orientalistik, Saarbrßcken 1978.
⢠Bruno von Freytag-LĂśringhoff: Ăber das System der modi des Syllogismus. In: Zeitschrift fĂźr philosophische Forschung. Bd. 4, Nr. 2/1949, S. 235â256.
⢠GĂźnther Patzig: Die aristotelische Syllogistik. Logisch-philologische Untersuchung Ăźber das Buch A der âErsten Analytikâ. 3. Aufl., GĂśttingen, 1969.
⢠Michael Wolff: Abhandlung ßber die Prinzipien der Logik. Mit einer Rekonstruktion der aristotelischen Syllogistik. Zweite, verbesserte und erweiterte Auflage, Frankfurt am Main: Klostermann 2009. ISBN 978-3-465-03639-5.
⢠in englischer Sprache:
⢠Otto Bird: Syllogistic and Its Extensions, Englewood Cliffs: Prentice-Hall 1964. (einfache Darstellung)
⢠William Kneale, Martha Kneale: The Development of Logic, Clarendon Press 1962. ISBN 0-19-824773-7. (Standardwerk zur Geschichte der Logik)
⢠Jan Ĺukasiewicz: Aristotle's Syllogistic from the Standpoint of Modern Formal Logic, Oxford: Clarendon Press 21957, danach Taylor & Francis 1987, ISBN 0-8240-6924-2. und Oxford University Press 1998 (=Oxford University Press Academic Monograph Reprints), ISBN 0-19-824144-5. (Standardwerk der modernen Syllogismusforschung)
⢠Paul Thom: The Syllogism, Mßnchen: Philosophia 1981, ISBN 3-88405-002-8.
Weblinks
Commons
: Syllogismen
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Syllogismus
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
⢠Robin Smith: Aristotle's Logic. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.
⢠Henrik Lagerlund: Medieval Theories of the Syllogism. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.
⢠Terence Parsons: The Traditional Square of Opposition. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.
⢠Niko Strobach: Neuere Interpretationen der aristotelischen Syllogistik (PDF; 112 kB)
⢠Edward D. Buckner. (Hg.): Square of Opposition (Textsammlung, engl.)
⢠syllogistisches Online-Programm
⢠Computational Aristotelian Term Logic (Memento vom 17. Juli 2009 im Internet Archive) â ausfĂźhrliches Syllogistisches Online-Programm in englischer Sprache
Einzelnachweise
cite-note-11. Ăbersetzung Wagner/Rapp
cite-note-22. â Syllogismus. In: Meyers GroĂes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 19: SternbergâVector. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1909, S. 234 (Digitalisat. zeno.org).
cite-note-33. â SchluĂ. [1]. In: Meyers GroĂes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 17: RioâSchĂśnebeck. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1909, S. 877 (Digitalisat. zeno.org).
cite-note-neb23-263-44. â âLogicâ, in: The New Encyclopaedia Britannica, Chicago u. a. 15. Aufl. 2003, Band 23, Seite 263
cite-note-55. â Albert Veraart: Galenische Figur, in: JĂźrgen MittelstraĂ: Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie. Metzler Stuttgart 1996, ISBN 3-476-02012-6, 1. Band, Seite 699
cite-note-66. â âLogicâ, in: The New Encyclopaedia Britannica, Chicago u. a. 15. Aufl. 2003, Band 23, Seite 265
cite-note-77. â N. I. Kondakow: WĂśrterbuch der Logik. VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1. Aufl. 1978, Seite 410
cite-note-88. â Jan Ĺukasiewicz: Aristotle's Syllogistic from the Standpoint of Modern Formal Logic, Oxford: Clarendon Press 21957.
cite-note-1010. â GĂźnther Patzig: Die aristotelische Syllogistik. Logisch-philologische Untersuchung Ăźber das Buch A der âErsten Analytikâ. 3. Aufl., GĂśttingen, 1969.
cite-note-1111. â Niko Strobach: Neuere Interpretationen der aristotelischen Syllogistik (PDF; 112 kB), Seite 13, insbesondere das dort gebrachte Prior-Zitat âThe Prior Analytics ... is not a book of syllogisms, but a book about syllogisms, and the statement âIf B is predicable of every M, and M of every A, then B is predicable of every Aâ is a perfectly natural way of talking about syllogisms of the form âEvery B is M, and every M is A, therefore etc.â, and saying that all such syllogisms are valid.â
cite-note-1212. â Gereon Wolters: Syllogistik, in: JĂźrgen MittelstraĂ: Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie. Metzler Stuttgart 1996, ISBN 3-476-02012-6, 4. Band, Seite 156â158, Seite 157, Spalte 2
cite-note-1313. â Als Beispiel fĂźr diese Sicht sei die Duden-Grammatik von 1966 genannt (Duden Band 4, 2. Auflage 1966, § 6020 c, Seite 540), die das Wort âsterblichâ in diesem Zusammenhang als eine Form von Umstandsergänzung betrachtet, genauer als Artergänzung (§ 5280, Seite 481): âUm eine Artergänzung handelt es sich aber auch dort, wo die Artangabe den âkopulativenâ Verben folgt, weil wir ihr auch in diesen Fällen den Wert eines selbständigen Satzgliedes zusprechen[.]â (§ 5285, Seite 481) bzw. âNeuere Auffassungen sprechen auch [den Kopulaverben] den gleichen Rang [eines Prädikats] zuâ (§ 5125, Seite 473)
cite-note-1414. â Ein Beispiel fĂźr diese Sicht ist die aktuelle Duden-Grammatik: âPrädikativverben verbinden sich mit einem Subjekts- oder Objektsprädikativ zu einem mehrteiligen Prädikat. Hierzu gehĂśren die so genannten Kopulaverben [wie] seinâ (Duden Band 4, 7. Auflage 2005, § 577, Seite 421)
cite-note-1515. â âSince the seventeenth century most writers have adopted the suggestion of John Philoponus that the major term be defined as the predicate of the conclusionâ (Kneale/Kneale: The Development of Logic, Seite 71)
cite-note-1616. â â[I]t would probably be a mistake to lay much emphasis on the distinction. For in the detailed application of his theory Aristotle reasons as though his conditional statements were in effect rules of inference rather than theses.â (Kneale/Kneale: The Development of Logic, Seite 80)
cite-note-1717. â Christian Thiel: Logisches Quadrat, in: JĂźrgen MittelstraĂ (Hrsg.): Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie. 1. Aufl. 1995, 2004, Band 3, Seite 423
cite-note-1818. â siehe z. B. Niko Strobach: Neuere Interpretationen der aristotelischen Syllogistik (PDF; 112 kB), Seite 5f.
cite-note-1919. â âIn order to justify Aristotle's doctrine as a whole it is necessary, then, that he assumed application for all the general terms with which he dealt.â (Kneale/Kneale: The Development of Logic, Seite 60, Hervorhebung im Original)
cite-note-2020. â Peter Bernhard: Zum Vergleich von Syllogistiksystemen. In: Jens Kulenkampff, Thomas Spitzley (Hrsg.): Von der Antike bis zur Gegenwart. Erlanger StreifzĂźge durch die Geschichte der Philosophie. 1. Auflage. Palm & Enke, Erlangen 2001, ISBN 3-7896-0659-6, S. 147â164.
cite-note-2121. â Diese Variante der Definition entlehnt sich aus âDistributionâ, in: Encyclopaedia Britannica, Band 4, 15. Aufl. 2003, Seite 129
cite-note-2222. â siehe Bird 1964, Seite 20â22
cite-note-2323. â âA simple set of rules of validity was finally produced in the later Middle Ages, based on the concept of Distribution.â (C. L. Hamblin: Fallacies. Methuen London 1970, ISBN 0-416-70070-5, Seite 195)
cite-note-2424. â siehe C. L. Hamblin: Fallacies. Methuen London 1970. ISBN 0-416-70070-5, Seite 117, wo allerdings in FuĂnote 1 darauf hingewiesen wird, dass es Vorläufer gebe.
cite-note-2525. â Kneale/Kneale: The Development of Logic, Seite 231â234
cite-note-2626. â Die Darstellung des indirekten Beweises im Syllogismus folgt sehr eng âLogicâ, in: The New Encyclopaedia Britannica, Chicago u. a. 15. Aufl. 2003, Band 23, Seite 262f.
cite-note-2727. â z. B. auch im Standardlehrbuch Otto Bird: Syllogistic and Its Extensions, Englewood Cliffs: Prentice-Hall 1964, Seite 27ff.